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Rückenschmerzen  Rückenschmerz – was ist, wenn der Schmerz bleibt?
"Ich hab Rücken". Wer hat diesen Satz nicht schon mal gehört oder selber ausgesprochen. Artikeln in der Presse zurfolge handelt es sich bei Rückenschmerz um eine "Volkskrankheit", demnach weit verbreitet. Doch wie entsteht diese Volkskrankheiten und was können wir dagegen tun?

Akute Episoden von Rückenschmerz kennt fast jeder – was ist wenn der Schmerz bleibt?
Rückenschmerz wird in der Presse gern als Volkskrankheit bezeichnet. Was sind Volkskrankheiten? Darunter fallen weit verbreitete Erkrankungen, die in den Industrienationen mit starken wirtschaftlichen Auswirkungen einhergehen, weil Sie zu Produktionsausfall , Behandlungskosten und oftmals Frühberentungen führen. Neben Rückenschmerzen fallen Herz-Kreislauferkrankungen, Gelenkverschleiss und Diabetes mellitus darunter.

Etwa 80% der in Deutschland lebenden Menschen kennt Rückenschmerzen aus eigener Erfahrung. Glücklicherweise verschwinden bei ca 80-90% der Betroffenen die Symptome innerhalb von 2-4 Wochen wieder. Bei 10% bleibt aber der Schmerz bestehen, man spricht dann von einer „Chronischen Rückenschmerzerkrankung“. Chronisch kann über den Faktor Zeit definiert werden – „Anhaltender Schmerz länger als 12 Wochen“ oder aus Sicht des Leidgeplagten –„Wenn der Betroffene die Hoffnung auf Heilung aufgegeben hat“.


Wo liegen die Ursachen für Rückenschmerzen?
Ganz erstaunlich ist die Erkenntnis, dass man bei 90% der Rückenschmerzen keinen alleinigen Auslöser wie z.B. Muskeln, Gelenke, Nerven des Rückenmarks findet! Nur bei 10% kann z.B. die Bandscheibe oder ein Verschleiss der Wirbelgelenke, ein enger Spinalkanal, eine Entzündung oder ein Tumor als Schmerzursache gefunden werden.


Bis beim Menschen mit Schmerzzuständen des Rückens eine „Chronifizierung“ eintritt, müssen eine Reihe von biologischen und psychischen Prozessen abgelaufen sein. Am Anfang steht der Schmerzsinn im Mittelpunkt des Geschehens. Die Wahrnehmung und Verarbeitung von schädigenden Einwirkungen auf den menschlichen Körper ist ein lebenswichtiger Schutzmechanismus. Die heisse Herdplatte, der Nadelstich, der Stein im Schuh – wir werden über unser „Schmerzsystem“ gewarnt und ziehen uns von der Gefahrenquelle zurück. Dann beginnen sofort Reparatur und Heilungsvorgänge. Wirken schädigende Reize längere Zeit ein werden bestimmte Hirnareale, die der Gedanken- und Gefühlswelt zugeordnet sind zugeschaltet. Schmerz wird bewertet, löst Angst aus und steuert unser weiteres Verhalten.


Nur wenn es gelingt den Schmerz rechtzeitig zu kontrollieren, baut der Patient Ängste vor der nächsten Attacke ab und lernt wieder sich schmerzfrei zu bewegen. Die Therapie des chronischen Rückenschmerzen muss die Mechanismen der Chronifizierung mit im Behandlungskonzept berücksichtigen, um erfolgreich zu sein. Ansätze, die nur auf Einzelbausteinen wie Medikamenteneinnahme, Injektionen, Infusionen oder Psychopharmaka basieren führen regelmäßig in die Sackgasse. Auch Massage und andere rein passive Therapieansätze bringen keine langfristigen Erfolge. Da wo sich die verschiedenen Therapieformen phasengerecht ergänzen und unter den Therapeuten abgesprochene Handlungspfade abgesprochen werden, besteht die größte Aussicht vom Schmerz langfristig befreit zu werden. Eins haben alle Untersuchungen zweifelsfrei nachgewiesen, ohne die Entscheidung der Betroffenen für Aktivität und Mitarbeit sind die Prognosen düster.


Mehr zu diesem Thema erfahren Sie demnächst in unserer Votragsreihe für Patienten. Wir informieren Sie darüber

Stephan Biesenbach 
Wirbelsäulenzentrum
MVZ-Remscheid

Bild: © Robert Kneschke - Fotolia.com