Startseite
MedNews
Unsere Ärzte
Orthopädie Orthopädie
MVZ-Unfallchirurgie MVZ-Unfallchirurgie
MVZ-Ambulante OP MVZ-Ambulante OP
MVZ-Sportmedizin MVZ-Sportmedizin
Physiotherapie Physiotherapie
ZahnMedizin ZahnMedizin
Veranstaltungen
Raumbuchung
Cafe
Downloads
Startseite arrow MVZ-Sportmedizin arrow Leistungsspektrum arrow Schienbeinkantensyndrom
Schienbeinkantensyndrom
Läuferschmerz  – „Schienbeinkantensyndrom“
Diffuse Schmerzen entlang der Schienbeinkante – anfänglich nur unter Belastung, später auch in Ruhe. Schmerzen, von denen viele Sportler betroffen sind – insbesondere Läufer. Ursachen, Präventionsmaßnahmen und Therapiemöglichkeiten zeigen wir Ihnen auf.

„Schienbeinkantensyndrom“ – „Fascitis periostitis tibialis“ – „Shin Splints“
Hierbei handelt es sich um Beschreibungen von belastungsabhängigen Schmerzzuständen am Unterschenkel, bzw. entlang der Schienbeinkante bei Sportlern.

Die AMA (American Medical Association) hat mit Ihren weltweit anerkannten Beschreibungen dieser Gruppe von Sportverletzungen eine Abgrenzung zu Stressfrakturen/Ermüdungsbrüchen und Zuständen, die mit verminderter Durchblutung einhergehen, geschaffen.

Bezogen auf Laufsportarten möchte ich nachfolgend Hinweise zur Entstehung, Therapie und Vorbeugung geben.

Die Häufigkeit des Auftretens wird in der Literatur sehr unterschiedlich beschrieben und reicht von 6 – 19% aller Laufverletzungen.

Diagnosestellung:
Diffuse Schmerzen entlang der Schienbeinkante – anfänglich nur unter Belastung, später auch in Ruhe.  Vermehrte kraftvolle Belastungen in Richtung Fußbeugung, Laufen auf harten Böden, Sprungbelastungen findet man in der Anamnese regelmäßig.
Der „Erkrankungsherd“ ist eine durch wiederkehrende Mikrotraumatisierung entstandene Entzündung der Knochenhaut bzw. Muskelfaszie am hinteren-inneren Rand des Schienbeins. Anatomische Studien weisen entgegen früheren Theorien den M. soleus als Übeltäter aus. Dieser Muskel liegt mit seiner Ursprungsregion in der tieferen Schicht der Unterschenkelmuskulatur und bildet in Richtung Ferse mit dem oberflächlichen Wadenmuskel die Achillessehne.

Studien zu auslösenden Faktoren belegen, dass die Pronation des Fusses in Zusammenhang mit dem Auftreten steht. Beim  Barfußlauf auf dem Laufband findet man gehäuft größere Achillessehnenwinkel beim  Fersenkontakt. Dieser Winkel nimmt signifikant zu zwischen Fersenkontakt und maximaler Pronation im Abrollvorgang, im Vergleich mit gesunden Sportlern.

Bei betroffenen Läuferinnen findet man gehäuft eine veränderte Abrolltechnik des Fußes. (Fersenkontakt in Inversion, dann Eversion in der Stand-/Abrollphase und erneut Inversion beim Abheben).

Therapie:
Vorübergehende Sportreduzierung, Änderung des Trainingsprogramms, entzündungshemmende Medikamente, physikalische Maßnahmen / Physiotherapie. Aufgrund der individuellen Pronationsbewegungen sind Änderungen der Schuhe und/ oder Einlagen nicht zwingend, sondern nach Einzelfallanalyse angezeigt.

Prävention
Nachweisbare  Effekte ergaben sich durch:

- stossabsorbierende Sohlen
- apparatives Krafttraining der Fußstrecker und Supinierer
- stabilisierendes Training der extrinisischen Fußmuskeln
 
Fazit:
Meine Beobachtungen im Umgang mit Lauf- und Sprungsportlern haben ergeben, dass  die Bereitschaft zu präventiven Maßnahmen gering entwickelt ist. Die Investition in Schuhwerk und Analysen im Sportgeschäft wird überbewertet. Das spezifische Ausgleichstraining, insbesondere bei Läufern mit hohen Laufumfängen, Intensitätswechseln und mangelnder Technik wird regelmäßig vernachlässigt. Der Fuß mit seiner komplexen Biomechanik ist und bleibt, ein gut weggepacktes Körperteil, das mehr Zuwendung verdient hat.

Quelle: Stephan Biesenbach, Sportmedizin